DE / EN


FLURINA
Video, 4 Minuten ohne Ton, 2012

Hände nähern sich dem im runden Stickrahmen festgespannten weißen Tuch. Sie beginnen zu sticken, Buchtstaben werden erkennbar. Mit jedem Stich dringt zugleich auch Blut auf das weiße Tuch. Bald wird auf dem inzwischen blutbefleckten Tondo der Name der Künstlerin sichtbar: FLURINA. Die Kamera filmt diese Szene von oben aus der Perspektive der stickenden Künstlerin. Der Sockel auf Hüfthöhe des Betrachters stellt eine Nähe zur Situation her. Es sind sind fremde Hände, die sticken, es könnten aber auch seine sein. Flurina Badel bedient sich in ihren Arbeiten mit dem Sticken einer weiblich konnotierten Technik. Sie stickt hier ihren Namen und evoziert damit Erinnerung an volkstümliche Bräuche wie das Verschenken einst kostbarer Leinentücher und Bettwäsche. Zugleich wird Schrift als verbale Gattung hier in den Bereich der bildenden Kunst transferiert. Der Prozess des Signaturstickens wird zur identitätskonstruierenden Tätigkeit. Die Blutflecken und die eingestochene Signatur sind Beweis für das Da-Sein der Künstlerin. (Text: Felizitas Diering)

 


<<

by moxi